Schund verkauft sich besser, oder wie?
Als ich vorhin auf die Bestsellerliste bei Amazon.de
geschaut habe, fiel mit etwas Merkwürdiges auf. Das Buch “Feuchtgebiete
” von Charlotte Roche hat nur eine durchschnittliche Benotung bekommen, obwohl es bis letzte Woche noch auf Platz 1 der Verkaufscharts stand.
Wie muss man das deuten? Wurde da ein durchschnittliches Buch mit einer guten Marketingstrategie an die Menschen und an die Spitze der Verkaufscharts gebracht? Sind die Leser, die bei Amazon abgestimmt haben zu doof die falsche Zielgruppe für dieses Buch?
Ich kann mir leider kein Urteil darüber bilden, weil ich das Buch noch nicht gelesen habe und es vermutlich auch nie lesen werde.
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4 Responses to “Schund verkauft sich besser, oder wie?”
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Ines on Juli 24th, 2008
Ich kann deine Frage beantworten, denn ich habe das Buch gelesen (es ist schlecht).
Das Buch ist merkwürdig, es bricht in der Tat allerhand Tabus, denn es handelt von allerlei merkwürdigen Körperflüssigkeiten und ist doch in keinster Weise erotisch, obgleich man das annehmen könnte.
Das heisst, dass die Leute, die es gelesen haben, merkwürdige Rezensionen darüber schreiben (ich hab selbst solch eine verfasst) – die wiederum andere Menschen dazu anzustacheln scheinen, dieses Buch zu kaufen (und es dann ebenfalls als schlecht zu befinden).
Einfach aus dem Grund, dass sie nicht glauben können oder wollen, dass das Buch so schlecht ist. Die Kritiken der anderen lesen sich im ersten Moment ein wenig wie “die sind einfach zu prüde für dieses Buch und es klingt als würde es exakt meinen Geschmack treffen”.
Nein. Tut es nicht.
Melker der Nation on Juli 24th, 2008
Nichts gegen das Buch! Das sorgt derzeitig dafür da ich mein Auto betanken kann also ist hier ein bisschen mehr Dankbarkeit an die gute Frau Roche angebracht .-)
Andreas on Juli 24th, 2008
Meiner Meinung nach ist das Buch weder Schund, noch Weltliteratur. Es arbeitet erstaunlich gut mit dem, was mir wohl bekannt ist: Aufmerksamkeit durch Provokation (in diesem Fall wird ungeschoren über Dinge geredet, die man sonst eher verschweigt oder nur seiner Mutter erzählt – gaaaanz leise. Insofern tatsächlich ein Tabubruch).
Das hebt es qualitativ von Konsalik-Romanen ab. Aber ich bin überzeugt: das nächste Mal hören wir davon erst wieder in 10 Jahren wenn DJ Ötzi die “200er-Show” moderiert und das Charlottchen eingeladen ist. Diese Art Provokation hält nämlich nie lange vor.
Andreas on Juli 24th, 2008
Äh… es sollte dann doch die 2000er-Show sein ;o)